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27.01.2012 13:29 | Alter: 26 Tag(e)
[info]Autor: grela

„Ich brauche Spielpraxis!“

Lukas Königshofer ist im vergangenen Spätherbst aus dem Schatten seiner Torhüter-Konkurrenz getreten und hat bewiesen, dass mit ihm im Rapid-Kasten die Sonne scheinen kann. Im Frühjahr will sich der 22-jährige Shootingstar als „Einser“ etablieren und den Meisterteller zurück nach Hütteldorf holen. Längerfristig schielt „Luky“ auf das Nationalteam. Auch die Premier League hat es dem „Reds“-Fan angetan.

by Wien Energie/GEPA Pictures

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Nur vier Bundesliga-Partien hat Lukas Königshofer für Rapid bislang absolviert. Doch seine Bilanz liest sich trotz seines noch kurzen Werdegangs als Einser-Goalie ausgezeichnet: Der Shootingstar hat keinen einzigen Fehler begangen, Rapid vielmehr in einigen Situationen Punkte gerettet. Mit starken Paraden, olympiaverdächtigen Auswürfen und der Aura eines Routiniers hat es der Mann mit der Rückennummer 30 auf den beachtlichen zweiten Platz bei der Forza-Rapid-Wahl zum „Rapidler der Herbstsaison“ gebracht.
„Luky“ wurde in Wien geboren und ist in Mödling aufgewachsen. „Ich war mit meinem Vater aber fast immer im Hanappi-Stadion. Meine Familie ist schon seit jeher grünweiß angehaucht.“ Die eindeutige Tendenz bei den Königshofers pro Rapid ist aber nicht der einzige Grund, warum sich Lukas als Rapid-Goalie optimal unterstützt fühlen darf. Sein Vater Roland hat bei Steher-Weltmeisterschaften dreimal Gold, viermal Silber und fünfmal Bronze geholt und ist nicht zuletzt wegen dieser Erfahrungen eine wichtige Konstante im Leben des Niederösterreichers.

Bei Entscheidungen hat er den selben Einfluss wie jeder Vater bei seinem Kind. Der Unterschied in unserer Familie ist der, dass mein Vater aus dem Spitzensport kommt und mir dadurch vor allem im mentalen Bereich viele Tipps geben kann. Seine Ratschläge, wie ich mit schwierigen Situationen umgehen kann, waren bislang sehr wertvoll.

Neben seiner Leidenschaft für Eishockey („Ich leide momentan sehr mit den Capitals!“) hat Lukas ein Faible für den FC Liverpool und ist ein großer Verehrer von Pepe Reina. Mit seinen Ausführungen zum Kultklub aus der „Beatles-Stadt“ und dessen Tormann-Star stellt der 1,93 Meter große Goalie sein Feuer und seinen Ehrgeiz unter Beweis.

Begonnen hat meine Leidenschaft für die „Reds“, als sie 2005 das Champions-League-Finale gegen den AC Milan nach einem 0:3-Rückstand noch gedreht haben. Als dann Pepe Reina dazukam, hat mich Liverpool noch mehr fasziniert. Seine Ausschüsse und das Schnellmachen des Spiels haben es mir besonders angetan. Auch seine Persönlichkeit taugt mir extrem! Und er ist ein reaktionsschneller „Pflock“, der sich vor nichts und niemandem anscheißt. Das ist vielleicht auch eine Ähnlichkeit zu mir. Wenn es sich ausgeht, schaue ich mir die Spiele immer an. Ich würde auch liebend gerne nach England fliegen und die Atmosphäre an der Anfield Road einatmen. Dafür fehlt mir aber die Zeit. Irgendwann wird es sich hoffentlich so ergeben, dass ich selbst dort spiele! Dann brauch ich nicht mehre als Tourist hinzufliegen. (lacht) Im Ernst: Wenn man keine Ziele hat, schafft man auch nichts Außergewöhnliches. Die Premier League ist mit Sicherheit ein langfristiges Ziel von mir.

Seine Einstellung unterstreicht der momentan in Donaustadt bei seiner Freundin lebende Königshofer mit zwei Tattoos. Lukas‘ linken Oberarm ziert ein Lebensbaum mit dem – aus dem Französischen übersetzten – Spruch: „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“. Das Peckerl auf der gegenüberliegenden Seite ist noch nicht fertig, hat aber ein Carpe-diem-Motto. „Man soll etwas mit seinem Leben anfangen!“
Im Sommer 2009 ist Lukas von Austria Kärnten gekommen („Auch in meiner Zeit in Kärnten war ich ein Grüner durch und durch!“), im kommenden Sommer endet der Vertrag des ausgesprochen sympathisch, geerdet, locker und fokussiert wirkenden Schlussmannes. Obacht also, liebe Rapid-Verantwortliche – die Wachablöse auf der Tormann-Position ist bei Rapid voll am Laufen!

1.
Lukas, seit Deinem Wechsel zu Rapid hattest Du eine schwere Verletzung (Kreuzbandriss) und kaum Möglichkeiten, Dich zu präsentieren. In welcher Situation wolltest Du am ehesten aus Hütteldorf flüchten?
Ans Aufgeben habe ich nie gedacht! Es hat aber sehr wohl öfters Situationen gegeben, wo ein Wechsel im Raum gestanden ist. Es gab mehrere Interessenten, aber letztlich ist ein Transfer immer an den speziellen Umständen gescheitert. Ich hatte beispielsweise Probetrainings in England – bei Blackburn und West Ham. In Blackburn war ich im Sommer 2009, knapp bevor ich zu Rapid gekommen bin. Ich habe ein sehr gutes Feedback bekommen, wurde aber nicht genommen, weil der Vorstand ausgetauscht wurde und plötzlich niemand mehr zuständig war. Dann bin ich zu Rapid gegangen, wofür ich in der Zwischenzeit sehr dankbar bin! Bei West Ham habe ich mittrainiert, als wir in Innsbruck 0:4 verloren haben. Man war sportlich von mir überzeugt, aber Avram Grant wollte nicht das Risiko eingehen, mich als Zweier hinter Robert Green, der damals nicht gerade sattelfest war, zu verpflichten. Dazwischen, als sich Gebauer verletzt hat, wollte mich Ried ausleihen. Letztlich wurde aber Hesl geholt. Knapp danach habe ich mir das Kreuzband gerissen und war schon ziemlich down. Umso mehr Auftrieb hat es mir gegeben, als ich gut vier Monate später für die Amateure spielen konnte. Das Comeback war ein absolutes Highlight-Erlebnis für mich! 

2.
Bei Deinem Debüt in Mattersburg warst Du überragend. Viele Fußballer meinen, dass neben Talent und Einstellung auch das Glück ein entscheidender Faktor für eine Kicker-Karriere ist. War der an die Stange abgewehrte Mörz-Schuss in der 6. Minute so ein „Glücksfall“, der Dir einen entscheidenden Schub gegeben hat?
Auf alle Fälle! Wenn man im ersten Bundesligaspiel so einen Schuss hält, hilft es enorm. Es war eine Angelegenheit von ein paar Millimetern. Wäre der Ball ins Tor gegangen, hätte ich auch nichts machen können, aber so habe ich einen Wahnsinns-Schub an Motivation und Selbstvertrauen bekommen. Jede Flanke, die ich heruntergepflückt habe, hat mich weiter gestärkt und mir Sicherheit gegeben. Das hat sich in den nachfolgenden Spielen immer weiter gesteigert.

3.
Du hast einen Startvorteil im Kampf um das Einser-Leiberl, meinte Peter Schöttel. Du selbst hast einmal gemeint: „Für den Erfolg gehe ich über Leichen!“ Fühlst Du Dich als „Einser“? Und was müssen Jan Novota und Helge Payer befürchten?
(lacht) Das Zitat ist schon eine lange Zeit her und kann anders interpretiert werden, als es gemeint war! Ich schaue schon, dass ich über meine sportlichen Fähigkeiten zum Erfolg komme. Jemanden zu „schneiden“, ist aber gar nicht meine Art! Das Zitat ist so zu verstehen, dass ich dem Fußball alles unterordne und immer alles unternehmen werde, um meine Ziele zu erreichen. Das tue ich auch momentan. Was die Einserposition anbelangt, kann ich nur sagen, dass ich die letzten Spiele im Herbst im Kasten gestanden bin und auch etwas von einem Bonus gehört habe. Ansonsten kann, angefangen bei Verletzungen, immer sehr viel passieren. Das Wichtigste ist, dass ich Gas gebe und möglichst weiter im Tor stehe. Wenn das geklappt hat, möchte ich natürlich so gut spielen, dass der Trainer keinen Grund hat, mich herauszunehmen.

4.
Ein Zitat auf Deiner Homepage lautet: „Unser Ziel muss der Meistertitel sein!“ Was muss Deiner Meinung nach passieren, damit die „Mission 33“ ins Rollen kommt? Und ist die Mannschaft nach den zuletzt schwachen Testspielen verunsichert oder verbessert sie sich unbeirrbar?
Zu meinem Zitat kann ich nur sagen: Sicher! Wir sind Rapid und stehen nach der Halbzeit auf dem ersten ersten Platz. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Die zwei Testspiele verunsichern uns keinesfalls. Wir stehen mittendrin in einer harten Trainingsphase und merken, wie wir uns körperlich im Vergleich zum Sommer weiterentwickelt haben. Die Werte gehen bei fast allen Spielern stark nach oben! Um die Rückrunde mit der bestmöglichen Fitness bestreiten zu können, müssen wir damit weitermachen. Außerdem kommt im Training immer mehr die spielerische Komponente hinzu. Auch hier haben wir noch viel Potential nach oben. Einiges davon werden wir ausschöpfen müssen, um die „Mission 33“ zu einem glücklichen Ende für alle führen zu können. Die Vergangenheit ist diesbezüglich irrelevant. Der eine oder andere Fehlstart ins Frühjahr war in den letzten Jahren sicher dabei, aber ein Vergleich ist absurd, da wir neue Trainer und viele neue Spieler haben. Sicher ist, dass wir die drei Punkte aus der Partie gegen Wr. Neustadt mitnehmen „müssen“. Abgesehen davon, dass man uns diese Zähler nicht mehr wegnehmen könnte, wollen wir sofort voller Selbstbewusstsein einen positiven Run starten. Dieses Feeling kann uns nur ein Auftaktsieg bescheren. Die schwierige Auslosung danach sehe ich sehr positiv, denn gegen unsere direkten Konkurrenten können wir besonders viel gewinnen!

5.
Du bist noch sehr jung für einen Tormann. Was sind Deine Stärken? Woran musst Du noch arbeiten? Was sind Deine Ziele?
Jung ist immer relativ. Wenn man in den letzten Jahren nach Deutschland geschaut hat, hat man einige Goalies mit 19, 20 Jahren gesehen, die schon Stammspieler bei ihren Vereinen waren bzw. sind. Meiner Meinung nach ist der Routine-Anspruch, den man an Torhüter oft stellt, nicht mehr zeitgemäß. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man Routine nur mit Spielpraxis erreichen kann. Eine meiner ganz großen Stärken ist die schnelle Spieleröffnung. Wenn ich den Ball habe, werfe oder schieße ich ihn zumeist sofort aus, so weit und präzise wie möglich. Ich bin auch eher der ruhige und gefasste Typ, der nicht sofort zu flippen beginnt. Diesbezüglich hat mir mein Vater wertvolle Tipps gegeben. Ich weiß einfach, wie ich mit verschiedenen Situationen umgehen kann. Was die Schwächen anbelagt – ein fertiger Spieler ist man meiner Meinung nach nie. Man kann immer und in jeder Hinsicht dazulernen! Ich brauche einfach Spiele und möglichst viele Einsatzminuten, weil man in der Praxis einfach am meisten lernt. Ansonsten gilt: Man kann alles verbessern, verfeinern und steigern! Diese Denkensweise werde ich hoffentlich nie ablegen. Bislang habe ich fünf Länderspiele für die U-21 absolviert. Seit Sommer bin ich aber altersmäßig nicht mehr für diese Auswahl relevant. Was das A-Team anbelangt, ist es natürlich so, dass das Nationalteam mein Ziel ist! Von den Nachwuchsteams weiß ich noch, wie es ist, wenn man für sein Land spielt. Abgesehen von der Marktwertsteigerung ist es ein super Gefühl, für Österreich aufzulaufen! Ob es in meinem Fall eher lang- oder kurzfristig dazu kommen wird, liegt vor allem an mir und meinen Leistungen. Letztlich aber natürlich auch an den Entscheidungen des Teamtrainers.


Interview vom 23.01.2012


5 FRAGEN


Egal, ob es sich um Mitglieder des Betreuerstabs, des Spielerkaders, der Vereinsführung oder um Vertreter der Fanszene handelt – etwa zwei Tage vor dem nächsten Spiel steht einer von ihnen Forza Rapid Rede und Antwort, um aktuelle Fragen zu beantworten und erhellende Einblicke in den Mikrokosmos Rapid zu gewähren.
(grela)

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Forza-Rapid-Quartett

Two worlds (didn't) collide – Part 300

Mo, 20. Februar 2012

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2. Austria 21 36:30 32
3. Ried 21 30:24 32
4. Red Bull 20 32:20 31
5. Sturm 21 34:28 31
6. Admira 20 31:30 28
7. Innsbruck 20 22:25 27
8. Wr. Neustadt 20 17:27 23
9. Mattersburg 21 26:28 20
10. Kapfenberg 19 13:40 10

RAPID & ICH

Andy Burger

Dezember 2011 [mehr]

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13. Mattersburg (A) 15 20:25 17
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15. Neusiedl 15 19:30 13
16. Columbia 15 16:48 7
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