Zwölf Männer, die mit dem Wohl dieser Page mehr oder weniger in Verbindung stehen, haben ihren Wahlzettel abgegeben, um den „Rapidler der Herbstsaison“ mitzubestimmen. Es war eine äußerst ausgeglichene Abstimmung, wie sich schon bald herausstellen sollte. Letztlich schaffte es eine ganze Elf zumindest einmal in die Top 3 der Stimmengeber. Guido Burgstaller wurde am öftesten genannt und landete viermal am ersten Platz, was in Summe Rang eins bedeutet.
Hier das Ergebnis:
| Rang | Name | Punkte |
| 01. | Guido Burgstaller | 14 |
| 02. | Lukas Königshofer | 12 |
| 03. | Steffen Hofmann | 10 |
| 04. | Harald Pichler | 9 |
| 04. | Christopher Trimmel | 9 |
| 06. | Thomas Prager | 5 |
| 06. | Michael Schimpelsberger | 5 |
| 08. | Christopher Drazan | 3 |
| 09. | Markus Heikkinen | 2 |
| 09. | Atdhe Nuhiu | 2 |
| 11. | Markus Katzer | 1 |
Dabei hatte Guido Burgstaller, der mit 727 Einsatzminuten in der Meisterschaft an 13. Stelle dieser Wertung liegt, einen – pardon – Scheißstart bei Rapid. Ende Juni verletzte sich der Mann mit der Rückennummer 30 bei einem Testspiel in Melk folgenschwer. Es folgten die schwierigsten Stunden des SCR-Neuzugangs: „Als ich die Diagnose gehört habe, dass ich drei bis vier Monate ausfallen werde, war das schon ein extremer Tiefschlag für mich! Ich habe mich damals aber sehr bald darauf fokussiert, schnellstmöglich ins Reha-Training einzusteigen. Ich wollte zurück auf den Platz und mein Pflichtspieldebüt für Rapid feiern – das hat mich angetrieben.“
Während Burgstaller an seiner Genesung arbeitete, hatte sein Trainer – auch aus Wr. Neustädter Zeiten – schon das Gefühl, dass er mit dem Comeback seines Schützlings eine „Offensivwaffe“ zur Verfügung haben werde. Gut orakelt, Peter schöttel!
Am 1. Oktober sollte es soweit sein. Ziemlich genau ein Quartal nach seinem Ausfall kam Burgstaller in der Südstadt in Minute 55 zu seinem Liga-Debüt für Rapid. Seine Mannschaft lag zu diesem Zeitpunkt 0:1 zurück. Vier Minuten später betrug der Rückstand drei Tore. Keine 20 Minuten nach der vermeintlichen Entscheidung hatte Salihi nach Burgstaller-Assist für den nicht mehr möglich gehaltenen Ausgleich gesorgt. Der Schlusspunkt in diesem verrückten Achterbahn-Spiel erfolgte aber erst in der 86. Minute. Und Guido Burgstaller hatte zwar nicht seine Beine, dafür seinen Oberarm im Spiel. Im sich Abwenden wurde er in der Trizeps-Gegend getroffen und für dieses unabsichtliche Vergehen hart bestraft – der deswegen verhängte Elfer besiegelte nämlich eine Niederlage, die bereits abgewendet schien.
Im darauffolgenden Heimspiel (1:1 vs Wr. Neustadt) war Burgstaller neben Torschütze Christopher Drazan der positiv auffälligste SCR-Akteur. Nach seinem Einsatz als Teil einer Doppelspitze musste/durfte „Burgi“ im Auswärtsderby erstmals als Solospitze ran. Man wagt auch im Nachhinein kaum daran zu denken, welche Ohrfeigen die Medien Peter Schöttel verabreicht hätten, hätte „Burgi“ in der 45. Minute nicht seine ganze Kaltschnäuzigkeit zusammengenommen und eine feine Hofmann-Vorlage zum Ausgleich genützt. In dem Moment, in dem sich das violette Tornetz bauschte, hatte Burgstaller seinen persönlich schönsten Moment der Herbstsaison: „Gleich im ersten Derby und so kurz nach meinem Comeback zu treffen, war etwas ganz Besonderes!“
Anstatt im Desaster mündete das Projekt „Solospitze Burgstaller“ also mit der Akzeptanz des Neulings beim Rapid-Anhang. Sehr zur Freude des trickreichen Feldarbeiters: „Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Fans einen Spieler anerkennen. Immerhin spielt man auch für sie Fußball! Dass ich trotz meiner Verletzung so schnell ins Zuschauer-Herz geschlossen wurde, macht mich glücklich.“
So richtig happy dürfte „Burgi“, der stellvertretend für Rapids Aufschwung stehen darf, auch am 20. November gewesen sein. Zum überragenden 4:2-Sieg gegen Red Bull steuerte er gleich drei (!) Treffer bei, einen als Solospitze und zwei als rechter Flügel. Es ist ein Beleg von Klasse, dass der gebürtige Kärntner in der Offensive jede einzelne Position bekleiden kann. Und das macht ihn auch zu einem Angreifer modernster Prägung.
Es gibt viele Varianten von Stürmern. Einer, der im Sechzehner abwartet und keine große Laufleistung bringt, bin ich nicht! Eine meiner großen Stärken ist, dass ich die Mannschaft auch im Spiel nach hinten unterstütze. Ich versuche, möglichst variabel zu spielen, weiche auch auf die Flanken aus, je nachdem, wie wir uns beim Herausspielen am leichtesten tun. Im Abschluss muss ich mich noch verbessern, woran ich auch immer arbeite. Vielleicht klappt es ja schon im Frühjahr besser als bisher!
Guido Burgstaller grinst verschmitzt. Er ist keine Spur arrogant, aber man spürt seinen Arbeitswillen und sein Selbstbewusstsein ganz stark. Zweiteres hat seinen Mitgrund in der aktuellen Tabellensituation: „Man darf das nicht überbewerten, aber dass wir Spieler uns in der Winterpause ständig auf dem ersten Platz stehen sehen, gibt uns schon einiges an Selbstvertrauen. Es war eine tubulente Saison mit vielen Aufs und Abs. Das vor Saisonbeginn von niemandem erwartete Happy End gibt uns Auftrieb in Hinblick auf das Frühjahr. Wir werden von Spiel zu Spiel schauen und dann ja sehen, was letztlich daber herauskommt.“ Ganz direkt danach gefragt, ob er seiner Mannschaft den Meistertitel zutraut, kommt die gebündelte Antwort: „Ja!“
Dass Rapid den Start ins Frühjahr zuletzt oft verpatzt hat, irritiert „Burgi“ ebensowenig, wie der Umstand, dass es nach der Auftaktpartie in Wr. Neustadt gegen vier Titelkonkurrenten in Serie geht. „Mir ist das egal. Man muss sowieso gegen jede Mannschaft spielen, ob das gleich zu Beginn oder erst später der Fall ist, macht meiner Meinung nach keinen Unterschied. Wichtig ist, dass wir gleich von Beginn weg voll da sind und Spiele gewinnen. Wenn das gelingt, schaut es sehr gut aus!“
Er selbst wird sich den Zuschauern im Frühjahr fitter denn je präsentieren. „Im Herbst war ich körperlich nach der Verletzung klarerweise nicht hundertprozentig fit. Ich befinde mich aber gerade auf dem Weg dorthin, arbeite hart dafür, in einem Monat voll angreifen zu können.“
Man spürt den „Büffel“ in Burgstaller schnauben, auch wenn der so Titulierte selbst nichts mit diesem aufgezwungenen Spitznamen anfangen kann: „Da muss man den Trainer fragen, was er damit meint. Er hat mich so genannt! (lacht) Mein Spitzname ist „Burgi“, viel mehr kann ich dazu nicht sagen.“ Ich verrate meinem Gegenüber die Bedeutung dieser Bezeichnung, die wohl mit dem einstigen Zusammenspiel Peter Schöttels mit Christian Stumpf zusammenhängt. „Habe ich gar nicht gewusst. Aber gut, dann muss es ja als Kompliment verstanden werden!“, ist „Burgi“ erleichtert.
Zum Rapideum und der anstehenden Renovierung des Hanappi-Stadions sagt er:
Ich würde natürlich sehr gerne im neuen Stadion spielen! Was das Rapideum anbelangt: Dort sind die Legenden vertreten, die für Rapid Großes geleistet haben. Es wäre von mir viel zu hoch gegriffen, bereits nach einem halben Jahr davon zu träumen, irgendwann selbst Teil des Museums zu sein. Ich will momentan einfach meine Leistung bringen. Wenn es irgendwann für so eine Auszeichnung reichen sollte, kann mir das nur recht sein.
Und wenn Rapid im Sommer 2014 vor dem ersten Spiel im generalsanierten St. Hanappi die Option auf die Verlängerung von Burgstallers Vertrag ziehen sollte UND bis dahin eine Burgstaller’sche Aktualisierung im Museum notwendig sein sollte, dann könnte es auch mit einem Traum von Guido klappen. „Ich liebe die Serie A! Im Urlaub habe ich mir Udinese gegen Juventus angeschaut. Mein Lieblingsverein ist aber der AC Milan.“
(grela)
Monat für Monat spielen sich aktuelle Kader-Mitglieder der Grünweißen in den Vordergrund, sorgen mit ihren Toren für unglaublich intensive Jubelschreie, gewinnen mit ihren Paraden Spiele, verteidigen den Status des Vereins bis zum letzten Blutstropfen und rackern in beide Richtungen, um das Spiel des Rekordmeisters erfolgreich sein zu lassen. Hier wird auf die letzten vier Wochen zurückgeblickt und ein besonders wertvoller Spieler für seine aktuellen Leistungen gewürdigt.
(grela)
| 1. | RAPID | 21 | 30:19 | 34 |
| 2. | Austria | 21 | 36:30 | 32 |
| 3. | Ried | 21 | 30:24 | 32 |
| 4. | Red Bull | 20 | 32:20 | 31 |
| 5. | Sturm | 21 | 34:28 | 31 |
| 6. | Admira | 20 | 31:30 | 28 |
| 7. | Innsbruck | 20 | 22:25 | 27 |
| 8. | Wr. Neustadt | 20 | 17:27 | 23 |
| 9. | Mattersburg | 21 | 26:28 | 20 |
| 10. | Kapfenberg | 19 | 13:40 | 10 |
| 1. | Horn | 15 | 39:13 | 31 |
| 2. | Parndorf | 15 | 28:16 | 28 |
| 3. | RAPID (A) | 15 | 25:14 | 27 |
| 4. | Schwechat | 15 | 26:17 | 26 |
| 5. | Simmering | 15 | 30:22 | 26 |
| 6. | Sportklub | 15 | 30:24 | 26 |
| 7. | Admira (A) | 15 | 21:24 | 24 |
| 8. | Sollenau | 15 | 37:36 | 22 |
| 9. | Austria (A) | 15 | 31:22 | 20 |
| 10. | Amstetten | 15 | 17:24 | 19 |
| 11. | Ritzing | 15 | 18:32 | 19 |
| 12. | Stegersbach | 15 | 26:30 | 18 |
| 13. | Mattersburg (A) | 15 | 20:25 | 17 |
| 14. | FAC | 15 | 13:19 | 13 |
| 15. | Neusiedl | 15 | 19:30 | 13 |
| 16. | Columbia | 15 | 16:48 | 7 |

